Office 365 oder G Suite

Tja.. eine der großen Fragen der Menschheit. Coke oder Pepsi, McDonalds oder Burger King, Microsoft oder Google (Apple lasse ich bezüglich des Themas „Suiten“ mal außen vor).

Mal wieder stehe ich vor der Entscheidung, mich zwischen Office 365 und G Suite entscheiden zu wollen. Ich gehöre zu der Art Menschen die extrem gerne neue Services ausprobiert und auch kein Problem damit hat, eine Wochenende mit einem kompletten Umzug zu verbringen. Habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Dropbox zu Google Drive, Google Drive zu OneDrive und OneDrive zurück zu Dropbox durchgezogen. Und wenn ich teste, dann richtig. Dann gehen alle Dokumente und Mails mit und ich teste unter „realen“ Bedingungen. Kein Nebenbei, keine doppelten Lösungen, kein Netz und doppelter Boden 🙂

Aktuell bin ich mit einem Hosted Exchange Postfach unterwegs und bediene Kalender, Kontakte und natürlich meine Mails mit Outlook. Finde ich soweit super. Meine Dokumente liegen allesamt in der Dropbox – dem meiner Meinung nach besten Cloudanbieter (natürlich nur meine persönliche Vorliebe), was insbesondere an Geschwindigkeit, bin.diff und der Integration in andere Apps und Services liegen dürfte. Gerade binaery diff ist ein ganz wichtiger Punkt. Ändere ich z.B. in einem 10 MB großen Dokument einen kleinen Absatz mit sagen wir mal 10kb an Änderungen, werden auch nur jene 10kb synchronisiert bzw hochgeladen, während andere Dienste die komplette Datei hochladen. Ändert mal im batch irgendwelche ID3-Infos in 1000 Songs oder Hörbüchern. Da ist Dropbox nach 5 min durch. Alle anderen Dienste belegen dann mal für Stunden die Leitung.

Nun nutze ich beides fast ausschließlich privat und überlege mir, ob ich wirklich 10 EUR für das Exchange-Postfach und die selbe Summe nochmal für Dropbox zahlen muss. Sowohl Office 365, als auch G Suite bieten für die Hälfte des Preises ein Mehr an Leistungen an. Hier daher einige der Punkte oder Argumente, die man immer wieder liest und hört.

Was aktuell für Office 365 sprechen könnte:

  • Serverstandort Deutschland
  • bekannte Office-Programme, die fest installiert werden können
  • Outlook
  • bedeutend bessere Aufgabenverwaltung
  • Integration in Siri (für iOS-Nutzer)
  • 50 GB für das Postfach und zusätzlich 1 TB für Dokumente

Was aktuell für G Suite sprechen könnte:

  • einfachere Bedienung/Administration
  • Unbegrenzter Speicher ab 5 Nutzern
  • günstigerer Preis
  • ich mag Google Produkte
  • sehr gute Suche in Drive und Gmail

Einige Punkte müssen hier aber dann doch nochmal etwas besser durchleuchtet werden. So ist der Serverstandort Deutschland meiner Meinung nach eher Kopfsache als tatsächlicher Vorteil. Wir wissen vermutlich alle, dass das deutsche Datenschutzrecht nicht viel wert ist, wenn deutsche Behörden uneingeschränkt mit NSA und Co kooperieren. Ich denke, dass jede Behörde trotzdem relativ problemlos an diese Daten kommt. Sollte man sensible – oder gar kompromittierende Daten (wozu dann Cloudspeicher?) – im Account liegen haben, muss man sich überlegen, ob man lieber die deutschen oder die amerikanischen Behörden hineinschauen lassen will. Unter dem Strich vermutlich kein großer Unterschied.

Microsoft Office mit seinen installierten Programmen ist schon eine feine Sache. Allerdings sind diese auch sehr aufgeblasen mit Funktionen, die ich selten bis nie verwende. Eigentlich macht es für mich keinen großen Unterschied, ob ich Libre, Microsoft oder Open Office nutze. Ich komme also auch mit der Online-Version in Form der Google Docs bestens zurecht. Reicht für meine Ansprüche vollkommen aus. Zudem kann ich bei G Suite an jedem PC mit Internetzugang „einsteigen“ und arbeiten. Ja – kann Office 365 auch. Aber ich denke, dass es umständlicher ist, ständig zwischen den installierten und den Online-Versionen zu wechseln. Klar.. ich kann ausschließlich online arbeiten. Aber dann ist der Vorteil der lokalen Apps natürlich futsch.

Outlook.. Outlook.. Outlook.. was soll ich sagen? Spitze. Ich finde Outlook und dessen Möglichkeiten grandios. Ich habe alles übersichtlich und funktionell unter einer Oberfläche und Filter und Co. werden direkt auf dem Server ausgeführt. Es fühlt sich einfach sehr produktiv und intuitiv an, mit Outlook zu arbeiten. Ja, ich bin Fan.

Die Aufgaben. Gibt es in G Suite. Aber mal ehrlich… sowas von grottig schlecht! Eine Unverschämtheit, das dann Aufgabenverwaltung zu nennen. Müll.. einfach nur Müll. Inbox macht es ein wenig besser. Aber benötigt dann halt auch die App bzw Inbox-Oberfläche, wodurch man wieder auf viele Funktionen des klassischen Gmail verzichten muss. Zudem kommen viele der neuen Funktionen erst später oder überhaupt nicht in G Suite an und bleiben dem klassischen kostenlosen Gmail vorbehalten. Ein kleiner Schritt nach vorne war die Integration in den Kalender. Aber wirklich gut oder nutzbar finde ich sie noch lange nicht. Überhaupt nicht!

Die Integration in Siri ist ein echter Mehrwert. Ich kann unterwegs schnell mal Siri damit beauftragen, mich dann und dann an dieses und jenes zu erinnern. Sekunden später ist diese Aufgabe auf allen Geräten angekommen und auch in Outlook zu finden. Versucht das mal mit dem Google Assistant. Der spricht nur mit dem eigenen Google-Konto und Erinnerungen landen maximal in Inbox. Aber okay.. das ist eher ein Assistant-Problem, denn eines von G Suite. Die G Suite Aufgaben kann ich also nicht mal in Siri integrieren.

Der Speicherplatz in Office 365. Ja, 50GB Postfach ist nice. Eigentlich schon überdimensioniert. Aber okay.. gibt sicher Firmen mit unglaublich vielen Mails und riesigen Anhängen. Hier habe ich also 50 GB und 1 TB im OneDrive. Aber.. naja.. was nutzt mir das Ganze, wenn der Client unglaublich schlecht ist. Ständige Problem mit der Verbindung, langsamer oder gar kein Up- und Download. Und Microsoft hat zudem einfach mal beschlossen, dass ich keine Bilder vom Smartphone automatisch sichern darf. Hallo!? 2017 und ich kann meine Bilder nicht automatisch mit der App hochladen? Nope.. erlaubt Microsoft nur den Nutzern mit kostenlosen Accounts. Wobei der Google Drive-Client bisher aber auch eher.. nun ja.. mehr als schlecht war!

Nun zu G Suite

Ich empfinde es in der Tat als angenehmer, die G Suite zu administrieren. Ich finde mich irgendwie schneller zurecht und es wirkt nicht so, als müsste ich IT-Fachmann sein, um alles zu verstehen und einrichten zu können. Aber das ist persönliches Empfinden.

Der unbegrenzte Speicher. Eigentlich der Hauptgrund für mich, G Suite in Erwägung zu ziehen. Bei einem meiner letzten Test wurde mir – obwohl ich nur 1 Nutzer hatte – angezeigt, dass der Platz unbegrenzt wäre. Auch andere Nutzer haben mir bestätigt, dass sie die 1 TB bereits überschritten haben und es keine Probleme gibt, obwohl keine 5 Nutzer oder mehr angelegt und bezahlt wurden. Anscheinend behält sich Google die 1 TB-Sperre also nur vor, unternimmt aber nichts, wenn diese überschritten wird. Mal schauen wie lange dies gut geht.

Der Preis mit 8 EUR für 1TB bzw unbegrenzten Speicher ist spitze. Mit Coupons, die man überall im Netz erhält, lässt sich dieser auch nochmals drücken. Ich glaube dass Office 365 in Deutschland (Standort) aktuell bei 12-13 EUR liegt. Zwar kann man bei Office 365 den Preis drücken, indem man auf verschiedene Funktionen verzichtet – allerdings liegt die günstigste Version mit Mail und Office-Apps dann immer noch bei 10,50 im Monat – über Reseller eventuell etwas darunter. Office 365 Business liegt bei 8,80 EUR im Monat, läuft aber dann mindestens 1 Jahr und hat kein Postfach. Business Essentials gibt es für 4,20 im Monat, läuft aber ebenfalls 1 Jahr und bietet zwar Exchange – aber eben keine Office-Apps.

Office 365:

Office 365 Preise

 

 

G Suite:

G Suite Tarife

Ich mag Google. Ja.. die böse Datenkrake. Ich denke das muss hier aber jeder selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass mir kein Fall bekannt ist, in dem Google Schindluder mit meinen Daten betrieben hat. Die wurden nicht missbraucht, nicht verkauft, nicht irgendwelchen dubiosen Dritten zur Verfügung gestellt. Zudem werden europäische Vorgaben eingehalten und man ist entsprechend zertifiziert.

Ich finde einfach – und das passiert bei Google ja leider auch nicht immer – das die benötigten Services gut und zuverlässig laufen. Alles ist untereinander bzw miteinander gut vernetzt und es funktioniert einfach intuitiv. Ich kann mich ehrlich gesagt an keine großen Probleme erinnern.

Ich denke Mal, über die Suche muss ich hier nicht viel sagen. Wäre schlimm, wenn die bei Google nicht so gut funktionieren würde. Das erwartet man einfach.

Aktuell tendiere ich – wie man sicher herauslesen kann – eigentlich eher zu Google. Das ist zumindest mein Bauchgefühl. Bauchschmerzen machen mir nur der Aufgabenplaner und der bis dato sehr sehr schlechte Drive-Client. Der meckert, stolpert und hustet an allen Ecken und ich frage mich wirklich, wieso es Google nicht geschafft hat, den in all den Jahren endlich vernünftig zum laufen zu bekommen.

Ich werde mal weiterhin ausgiebig testen und euch dann berichten. Wir werden sehen, ob ich dann bei Hosted Exchange und Dropbox geblieben bin, oder vielleicht doch Office 365 verwenden. Oder ob mich die neue Version des Drive Client dann doch zu G Suite gebracht hat.

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